Als ich meine Mama und meine Heimat verlor
Kurz vor meinem 6. Geburtstag kommt die Nachbarin die ein paar Kilometer von uns weggewohnt hat. Wir haben ganz unten im Graben gewohnt. Diese Nachbarin war auch die Taufpatin von meinen 2 jüngeren Brüdern. Sie hat mich und meine Schwester zu Weihnachten eingeladen, weil wir so arm waren. dort verbrachte ich schöne Weihnachten. Und vor allem es gab gutes Essen und genug. Ausserdem einen Fernseher, den ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekannt hab. Ein schwarz weißer und als die Frau sagte: “geh hinein der Kasperl wartet auf dich” dachte ich , dass das eine Schokolade zum essen sei und suchte und fand nix was ich vernaschen konnte. Dann hab ich zum erstenmal Kasperl gesehn und war begeistert. Meine Schwester blieb ein paar Tage und ging dann wieder heim. Sie machte keine Probleme. Aber ich hatte so meine Probleme. Da gefiel es mir so gut, dass ich nicht wieder weg wollte. Vor allem nicht zu diesem Mann zurück. Zuerst zog ich es immer mit dem Satz:”Ein Tag noch, ein TAG noch” hinaus und weigerte mich täglich, wieder nach Haus zu gehn. Der Opa kam, es half nix, die Mama probierte es täglich und schließlich mühte sich meine schwerkranke Oma vom Graben zu der Nachbarin um mich wieder heim zu holen: “Die Mama weint schon so viel, weil du nicht mehr nach Hause kommst und alle sind so traurig.” Ich hab mich auf den Boden geschmissen und so um mich getreten und geschrien und geweint., aber mitgegangen bin ich nicht. Ich werde ihre Worte nie vergessen, denn es war das letztemal dass ich meine Oma sah. Sie hatte an die 5 Stunden für den Weg gebraucht, wo wir andern maximal eine halbe Stunde gebraucht haben. Die Oma ist dann noch in diesem Jahr gestorben. Viel später wurde mir bewußt was ich mir da angetan hatte.